Der Maremmano Abruzzese

Man könnte viel über den Maremmano Abruzzese schreiben. Zahlreiche mehr oder weniger abenteuerliche Rassebeschreibungen kursieren durch das Internet, es gibt Bücher, Artikel in Zeitschriften … den FCI Standard und zahlreiche Erfahrungsberichte.

Wir fanden den folgenden Text am treffendsten und wollen an dieser Stelle auch gleich dem leider unbekannten Verfasser für die sehr gelungene Ausführung danken. Wir sind überzeugt, dass sich ausnahmslos jeder Besitzer eines Maremmanen in den nachfolgenden Zeilen  wieder erkennt :-)!

Rassebeschreibung: Maremmano Abruzzese

Der Maremmano liegt immer und überall maximal im Weg und kann dabei deutlich mehr Raum einnehmen, als ihm größenmäßig zusteht. Er kann bei Bedarf immense Mengen Haar verlieren (auch direkt nach dem Bürsten).

Der Maremmano beachtet Fremde draußen nicht – außer man verlässt sich darauf, dass er Fremde nicht beachtet. Er hat eine schon fast legendäre Begabung dafür, den Augenblick zu finden, in dem man seinen Menschen maximal blamieren kann.

Die Pfoten sind rundlich, kräftig und kompakt und können große Dreckabdrücke auf heller Kleidung und frisch geputzten Böden hinterlassen.

Maremmani schätzen Ansprache und unsere volle Aufmerksamkeit. Darum stupsen sie einen besonders gern mit der Nase an den Arm, wenn man eine volle Kaffeetasse in der Hand hat. Maremmani gibt es in mehreren Farbschlägen: weiss, elfenbeinfarben, schmuddel, besonders schmuddel und matsch. Alle Herdenschutzhunde bekommen nie genug Futter. Außerdem beherrschen sie die Kunst, mit nur einem Liter Wasser im Napf die gesamte Napfumgebung zentimeterhoch unter Wasser zu setzen.

Ein auf einem tausende von Hektar großem Feld herumtobender Maremmano wird mit größter Akkuratesse in den Knien seines Besitzers bremsen und versuchen, ihn so auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Sie wissen aufgrund ihrer überragenden Intelligenz praktisch alles besser als ihre Menschen und können daher selbst am besten entscheiden, wann es Sinn macht zu gehorchen. Ebenfalls haben Maremmani einen ausgeprägten Sinn für Humor. Leider. Der Glaube, dass sie mit zunehmendem Alter vernünftiger werden, ist falsch.

Maremmani können vorsichtig spielen. Sie ziehen es aber vor, das nicht zu tun. Der Maremmano folgt seinem „Alphatier“ bedingungslos überallhin – es sei denn, irgend jemand anderes isst gerade Kuchen oder etwas anderes Leckeres und geht in die andere Richtung. Der Maremmano verfügt über ein gutes Gehör, leidet aber unter temporärer Taubheit, wenn es um die Ausführung von in seinen Augen sinnlosen Befehlen geht. Ansonsten hört der Maremmano über größte Distanzen, über mehrere Zimmer und Stockwerke hinweg, wenn z. B. die Tür zur Vorratskammer, wo seine Leckerlis lagern oder die Keksbox geöffnet werden.

Der Maremmano verfügt über eine perfekt arbeitende innere Uhr – an Tagen, an denen seine Menschen ausschlafen können, wird ab halb sechs permanent der Schlafplatz gewechselt, laut geseufzt, Pfoten geleckt und mit der Rute der Teppich geklopft. An Tagen, wo sein Chef mal früher raus muss, wird so lange auf dem Schlafplatz gepennt, bis sein Mensch fertig angezogen an der Tür steht.

Ein eleganter, klitschnasser Maremmano zieht es grundsätzlich vor, sich an den Beinen seines Menschen zu trocken. Außerdem haben Maremmani eine ganz, ganz andere Vorstellung von „wohlriechend“ als ihre Menschen. Ihr Fell ist praktisch selbstreinigend. Diese Tatsache ermächtigt sie im gleichen Zuge dazu, täglich, bei jeder Witterung, in den dreckigsten und schlammigsten Tümpeln, Pfützen, Bächen und Seen zu baden. Die selbstreinigende Funktion erweitert sich jedoch nicht auf die unmittelbare Umgebung eines Maremmano.

Und genau deswegen lieben wir sie…unsere Grobmotoriker!!